Dark Easter Metal Meeting 2026
München ruft. Und wie jedes Jahr an Ostern tauschen wir die traditionelle Eiersuche gegen die schwarze Messe im Backstage. Doch über dem Dark Easter Metal Meeting 2026 schwebt ein dunkler Schatten, der diesmal nichts mit Black Metal zu tun hat: Es ist die bittere Ahnung, dass das Backstage in seiner jetzigen Form ein Auslaufmodell sein könnte.
Während Investoren und Stadtplaner am benachbarten Paket-Post-Areal feilschen und die Gentrifizierung unaufhaltsam an den Mauern dieses Kultur-Biotops nagt, fühlt sich jeder Gang durch den Hof ein bisschen mehr nach Abschied an. Umso intensiver zelebriert unsere Schweizer Delegation dieses Jahr. Dabei: massive Vorfreude auf Jubiläen von Triptykon und Secrets of the Moon, die Hoffnung auf Neuentdeckungen und die obligatorische Frage, ob der Mischer heuer die Regler findet. Zwischen kuschligen Fotogräben, überraschendem Kaiserwetter und der absurden Parallelwelt zwischen Live-Screaming auf der Bühne und dem Live-Screening der katholischen Osternacht in der Hotellobby, haben wir unsere Eindrücke protokolliert. Vielleicht ist es eines der letzten Male, dass wir hier in diesem industriell, buntem Moloch zusammenkommen – also geniessen wir den Untergang. Frohe Ostern, quasi. [PW]
KARSAMSTAG (4. April 2026)
KOLDBRANN starten pünktlich mit Ingen Skånsel, was soviel wie ohne Gnade bedeutet. Bei überraschend gutgefüllter Halle zelebrieren die Norweger sich quer durch ihr musikalisches Schaffen, wobei der Soundmix einen Haufen Wünsche offen lässt. Doch sei's drum. [CS] Zu eng geschnallter Nietengurt bei dringlicher Einsingthematik oder aber WEGEN zu eng geschnalltem Nietengurt dringliche Einsingthematik? Womit eher so der Vokalist gemeint sei... [TM]
Im Graben tummeln sich zu früher Stunde deutlich mehr Fotomenschen als in den vergangenen Jahren. Kuschlig! Wie jedes Jahr trifft man viele bekannte Gesichter. Ob wir Schweizer eine lange Anreise hatten? Frag mal die Kollegin aus Kanada! [CR]
Im Übrigen: Crew Republic Drunken Sailor IPA hat's heuer nicht ins Getränkeangebot geschafft, schade auch. Ansonsten Pils, Helles, Dunkles, man wechselt gekonnt. Es gilt ja noch 10 Stunden aktiv zu sein. [PW]
SEVEROTH aus Polen spielen atmosphärischen BM, der wie die Inquisition übers Land fährt. Gesang wie verendende Krähe oder aber heulendes Hundegetier (Diskussion offen), was heuer gerade so eine Art Revival erlebt. Die Drums wirken seltsam trocken durch die Mischeinheit gepresst, wiewohl wir mit einem insgesamt eher indistinguierten Soundbild konfrontiert werden. Womöglich «obskur», wie einer schreit, den wir namentlich kennen (jedoch nicht nennen). Erfreulicher Weise findet der Reglermensch allmählich passable Lösungen respektive nähert sich solchen an. [CS]
Vom höchst obskuren (schon wieder!) KYI-Kuhglockengedängel zu Bier und Brezel im gleissenden Tageslicht. Wo ein paar Bayern biergartenmässig vor der Glotze hängen und gegen Freiburg fiebern. [PW] Dass manchmal Tore fallen, lässt sich nicht vermeiden. [CS]
URGEHAL stellen klar und deutlich das Fotoshooting-Highlight des Tages dar. Makellose Ästhetik vom perfekt sitzenden Corpsepaint hin zum präzise verschmierten Kunstblut – hier stimmt jeder Millimeter. Auch musikalisch ist das Set eine absolute Machtdemonstration. ‚Goatcraft Torment‘ sei dank!!! [PW]
Ich bin weniger überzeugt, Urgehals low mid-Sound macht keine Lust auf mehr, da wäre ich lieber im Hotel und würde Immortal ab Laptop hören. Immerhin, der arenaartige Hallenaufbau überzeugt. Passend dazu das archaische Bühnenoutfit: Spikes, gladiatorenhafte Maske – schlachtbereit, wie im alten Rom. Ich ziehe weiter als DEMM-Newbie und will das Gelände, das es bald nicht mehr geben soll, ausspähen. Das basic bayrische Bier schmeckt mir nicht. Auf meiner hartnäckigen Suche nach IPA entdecke ich einen verwunschenen Zauberplatz und gebe missmutig im Chat zu Protokoll: Niemand hat erwähnt, dass hier ein Grill für Backstage-Gäste steht! Mit bereitgestellter Holzkohle?! Sollte ich wieder ans DEMM kommen, bringe ich Würste. [TK]
SALIS TOKIS will ich aus Ehrfuchtsgründen live sehen, es erwischt mich kalt und ich staune: Der Rotting Christ-Sänger mit groovy Soundkulisse und mit clean Vocals-Einsätzen... gefällt? Ich könnte mich daran gewöhnen. OMG, did I just write that? Doch. Wirklich. Es treibt und tätscht, etwas unspektakulär, dennoch einnehmend. [TK]
MISERE LUMINIS dann im Opportunitätskostenbereich, weil schliesslich auch verpflegt werden muss. [CS] Schade, die Band stand eigentlich fix auf meinem Plan, aber wie jedes Jahr gilt: Alles geht dann doch nicht. Manchmal muss das leibliche Wohl über die atmosphärische Finsternis siegen. [PW]
Das letzte AUÐN-Album erschien vor gut sechs Jahren & was in der Zwischenzeit geschah, steht sonst wo geschrieben. Jedenfalls versorgt das Sextett die gefüllte Halle mit stimmigem Island-BM sprich multitimbrales-Gitarrenwerk, verspielte Basslines plus jene eindringliche Gesangsstimme von Hjalti Sveinsson, dem Canon Man. Ein Erlebnis, sind wir uns einig, und sprechen bereits vom ersten echten Tageshöhepunkt.
Randbemerkung II: Kommentare zum Saalmix stellen wir im Übrigen per sofort ein. Oder aus. [CS]
Warten auf SCHAMMASCH: Noch bei gezogenem Vorhang sind hektische Stimmen zu hören, dass Vermutung sich nährt, nicht alles laufe nach Plan. Tatsächlich warten die Basler mit eigentümlichem Soundgemisch auf, was in etwa klingt wie Übungsraum oder aber irgendwie an der Mischeinheit vorbeigeschmuggelte Ware. Ein insgesamt harziger Auftritt, der sich von Stück zu Stück hangelt. [CS]
Wobei: Wie dramatisch und episch und äs bitzeli prätentiös wollt ihr es haben? SCHAMMASCH: Yes! Ich bin parteiisch, habe keine objektive Meinung, es ist hart an der Grenze zum too fucking serious und doch geil! [TK]
TODOMAL bringen Liebe und den Antichristen in einen leider mässig besuchten Club. Tolle Show! [CR]
BLACKBRAID stimmen mit einer Art ritualistischem Intro ein, um dann loszulegen als ob sie die Geister selbst beschworen hätten. Ihr rasanter US-Black Metal wütet wie ein Wirbelwind durchs Set – pure, ungebändigte Energie und Vollgas bis zum letzten Akkord [PW]. Die (quasi-) indigenen Amis um Alleskönner Jon Krieger toben mit der Brechstange auf der Werksbühne, wobei Gesangsparts irgendwie repetitiv skandiert werden, als ob einem der Text verlustig gegangen wäre – oder aber Punktallüre grad Überhand gewänne. So oder so hauen mich die Jungs einmal mehr nicht aus den Socken, vielleicht aber liegt's an letzteren. [CS] Derweil ich einen sitzen hab mit basic bayrischem Bier plus Sweet Spot für Ami-BM, deshalb auch bei BLACKBRAID ganz und gar nicht objektiv, sondern einfach nur HAPPY TO BE HERE!!! [TK]
SECRETS OF THE MOON gaben 2022 ja eigentlich ihre Auflösung bekannt. So ist es der Band wichtig zu betonen, dass es sich bei der heutigen Show keinesfalls um eine Reunion-Show handelt, vielmehr soll das 20. Jubiläum ihres Albums "Antithesis" gefeiert werden. Trotz langer Live-Pause, die Band hat's nach wie vor drauf! [CR]
Mein Vorurteil: Alte-Leute-BM.
Die Realität: Wohlig-brutales Mahlwerk, von dem ich mich gern erdrücken lasse.
Necros Christos vermisse ich keineswegs (mehr), wenn ich die SECRETS OF THE MOON-Diskografie zum Aufholen habe.
Und kurz vor der Hexenstunde gesellt sich der Schammaschmensch zum Ritual. Happy place. [TK]
00:++ In der Hotellobby in Sessel gefläzt, am letzten Bier festgehalten, dazu bewegliche Bilder auf dem Grossbildschirm verfolgt. Jedenfalls grosser Bildschirm, auf welchem echte Priester plus Zöglinge Weihrauchpfannen schwenken plus einer, der aus einem Buch vorliest. Die spinnen, die Römer!
OSTERSONNTAG (5. April 2026)
Morgendliches Frühstücks-Buffet mit frischem Rührei und auch sonst alles da. Wunderbar! Mit dieser Grundlage im Magen kann der Tag eigentlich nur noch gut werden [PW]. Später in einer Art S-Bahn gen Stadt zum MUCA geruckelt - wegen Urban Art plus Kuhmilchkaffee. Beide jedenfalls machen von sich aus Null Lärm! [CS und so]
LIK legen gleich mal brachial los, was Sänger Tomas Åkvik spontan als «satanische Sludge Metalle» (sic!) definiert. Jedenfalls werden wir mit voll in die Magengrube geschmettertem Präzisionsriffing bedient, dazu Solis ab V-Gitarre oder britisches Doppelspiel à la du-weisst-schon-wer. Die Schweden bieten (zumindest im Selbstvergleich) einen hochenergetischen Metalmix, durchbrochen von zuweilen schleppend gruuuuvigen Parts. Weil's eben «early» sei, meint Tomas zwischendurch, doch early war beim Eierdeppern und was danach geschah. Alles in allem überzeugendes Set, sind wir uns einig. [CS]
Entscheidung gegen THRON und für SCHREIGARM. Es ist das ewige Dilemma bei Hallen- und Clubshows, aber der Club ist ordentlich gefüllt. Optisch machen die zwei Exil-Ukrainer mit massig Knochengedöns und ihrem ritualistischen Auftreten richtig was her. Trotz ein paar nervositätsbedingter Böcke zu Beginn und einem Ausdruckstanz der an Komik kaum zu überbieten ist, macht die Show im Anschluss aber richtig Spass und packt das Publikum inkl. mir. [PW]
Wir widmen uns THRON, die mit Vurias ihr bereits fünftes Album am Start haben. Die Jungs mit Jöschu an der Batterie spielen komplexen, breit angereicherten Black'n'Death Metal, dessen Feinheiten in der Halle leider nicht hundert Pro zum Tragen kommen. Dennoch eine beeindruckende musikalische Darbietung mit ordentlich Schubkraft! [CS]
Gemütlich verspätet – als recovering catholic darf ich's in katholischen Landen am Ostersonntag nicht zu stressig nehmen – trudle ich kurz nach Vier aus dem Hotel. Als ich ans Tageslicht trete, erscheint vor mir nicht Jesus auf dem Kreuz, sondern Tom G. Warrior himself, mit Gepäck, auf dem Parkplatz. Ich reibe mir die Augen, sage sehr leise: «Hallelujah! Unser Messias ist da!» und schreite schmunzelnd Richtung Backstage. [TK]
Die Masse zieht's zu DÉCEMBRE NOIR, für mich geht's in Richtung VOLLMONDPROZESSION. Die erst kürzlich ins Rampenlicht getretenen Schweizer zelebrieren ultraminimalistischen Black Metal im Geiste von Paysage d'Hiver. Stimmlich wird alles geboten: von Gequieke über Gesang bis hin zu tiefen Growls. Optisch bleibt es – bis auf Kelch und Handschuhe – eher unspektakulär, doch der Sound reisst das Ruder komplett rum. Vollkommen hypnotisiert taumle ich nach dem Set wieder aus dem Club [PW]. Der Mond war vor einigen Tagen voll, aber die Berner VOLLMONDPROZESSION beschwören ihn im Backstage-Club mit Erfolg, und das erst noch am späten Nachmittag. Wuchtig entfalten Gitarrist und Gitarristin, Drummer und Bassistin einen hypnotisierenden Soundteppich für uns, während der behandschuhte Vokalist die Sache ernst nimmt, das Publikum beschreit und besingt, teilweise nicht im Takt bei den cleanen, bauchigen Parts. Hier frage ich mich als Zuhörerin: Ist die Taktfreiheit Absicht, künstlerischer Ausdruck? Wenn ja, dann müsste es tighter sitzen. Doch die Idee besticht, der schrullig-tanzbare, zeitweise gar dramatische Hipster-Black Metal lullt mich ein, Respekt aus Zürich nach Bern. [TK]
DÉCEMBRE NOIR zelebrieren in der Halle Anti-Tageslicht. Und gewinnen. Sogar zu einer «Wall Of Doom» wird das Publikum aufgefordert. Was das sein soll, erklärt der Sänger gleich selbst: Einfach stehen bleiben und geniessen. [CR]
Wie PW bereits bemerkte, leiden wir dieses Jahr vermehrt unter dem Qual-der-Wahl-Dilemma. Wobei DÉCEMBRE NOIR sich als perfekte Wahl herausstellen. Die Erfurter gestalten bewegende Stimmung, dass irgendwie tief in dir drin du Resonanz verspürst, was letztlich sich in Gänsehautmomenten äussert. Wall of Doom hin oder her: Dir bleibt nichts anderes übrig, als stehen zu bleiben und Musik zu geniessen. [CS]
Nach geschwungenen Tanzbeinen bei VOLLMONDPROZESSION hole ich beim Merch deren Patch und CD – support your local Black Metal! Bern ist für mich als Zürcherin in München «local» genug. Als ich einen der Liegestühle im versteckten Biergarten besetze und wohlig die Füsse hochlagere, schreitet ein Mensch mit Semmeli in der Hand, darin eingeklemmt: ein saftiges Steak, an mir vorbei. «Hey! Wo hast du das her?», frage ich hastig. «Hinten, von der Alm!» Wenn ich nur basic bayrisches Bier bekomme, dann wird mich das Essen womöglich für den IPA-Verzicht entlöhnen. Nächste Station, Alm! [TK]
Zu Dritt warten wir gespannt auf CWFEN. «Heavy, haunting doomgaze from Glasgow» lese ich auf deren Bandcamp-Seite. Die Beschreibung passt wie die Faust aufs Auge. Ihre erste Platte Sorrows lief bei mir die letzten Wochen bereits hoch und runter. Und auch live weiss das Quartett zu begeistern. Definitiv eines der Highlights des heutigen Tages. [CR]
Doomige Schwere trifft auf Shoegaze-Anleihen und eine düster glimmernden Intensität – mein absoluter Geheimfavorit heute. Um nach der Menschenflut bei THYRFING noch ein gutes Plätzchen zu ergattern, bin ich ausnahmsweise schon zehn Minuten vor Beginn im Club. Die Schotten liefern hier das Kontrastprogramm in absoluter Perfektion ab. Mein Tages-Highlight (..bis jetzt). [PW]
«Drink up, every last drop!», summe und singe ich für den Rest des Abends, schwer beeindruckt vom tief herumwühlenden, harmonischen Groove von CWFEN (sprich: «Coven»), der nicht nur zum Tanzen einlädt, sondern auch mystisch stimmt – wäre die Band ein Hexenzirkel, ich würde beitreten. Für den Moment begnüge ich mich mit Shirt und «Sorrows» auf CD, die ich von der zufällig beim Merchstand anwesenden Sängerin und dem Gitarristen signieren lasse. Mein Nerd-Herz strahlt und verkündet den beiden, aufrichtig: «Best show so far!» [TK]
Gleichzeitig hauen RUÏM wohlig disharmonisch in Saiten und Felle, malträtieren Stimmbänder, wobei es gefällt, endlich mal wieder FLOYDESK zu notieren. Ein Set wie Gewitterfront!
Mit Blick auf Uhr und Running Order meint CR bald einmal: «Jetzt ist 1914!» Wobei ich es mir nicht verkneifen kann und pingelig kommentiere: «Nein, 19:57!» Etwas ernsthafter und mit mehr Ehrfurcht: Die Abenddämmerungsstimmung auf dem Backstage-Gelände ist schlicht… SCHÖN. [TK]
Später dann entern die Ukrainer lärmend die Bretter. Als Fotograf kann man sich ausnahmsweise nicht über zu hektische Bewegungen des Sängers beschweren. Schaltete jemand gleich noch Licht ein, würde auch das Smartphone zum reichen. [CR]
Böser, böser Mann aus dem Osten. Dazu noch wütend wie nix. Auf dich. Mich. Alle irgendwie, die keinen Deut sich kümmern. Gerade mal hier sind, um Metal zu hören. Erleben. «Fuck YOU», schreit er. Meint dich. Mich. Was bloss ist aus gutem alten Rock'N'Roll geworden? [CS]
Auf WHOREDOM RIFE hatte ich mich besonders gefreut. In der Halle herrschen 40 Grad – mindestens. Spätestens bei Den Vrede Makt erreicht die Temperatur dann echtes Sauna-Niveau; die Komfortzone ist da längst weit unterschritten. Ein eigentlich toller Auftritt, der leider unter ziemlich verwurschteltem Sound litt. Die atmosphärischen Feinheiten, die die Norweger auf Platte so stark machen, gingen im Soundmatsch leider gnadenlos unter [PW]. Symphonisch-eruptisch-orgastische Wucht – und manchmal darf drin gebadet werden. [CS]
Gleich kommt der gute Tom. Dank 20-jährigem Jubiläum der letzten CELTIC FROST Platte Monotheist diesmal wohl mit einem speziellen TRIPTYKON-Set. Danach ist bei mir wohl nur noch Biergarten auf dem Programm. Die Füsse sind müde… Und der Regen hat sich nicht lange getraut zu stören. [CR]
Urgh! 🤘
Tom Warrior kann ich vieles verzeihen, doch mit TRIPTYKON bin ich nie ganz warm geworden. Zu vertrackt, zu experimentell, für mich nie greifbar. Doch dann folgen Monotheist-Songs und es herrscht Gänsehaut pur. Ein verdammt würdiger Abschluss für ein grossartiges Festival. Denn zu GRAVE konnte ich mich nicht mehr wirklich aufraffen – der Akku war nach diesem Finale endgültig leer. [PW]
Später loungemässig im Apres-DEMM, als Tom von TRIPTYKON gerade Lobby durchquert und uns kurz darauf ein Interview gewährt. Tanja sei Dank, gestehe ich, weil so ein Gespräch – sagen wir mal – Konzentration erfordert. Das Interview jedenfalls liest du in Kürze auf DIESEM Kanal.
GRAVE betreten als Rausschmeisser und würdiges Schlusslicht die Bühne mit ihrem wuchtig-wummernden Old School-Todessound. Nach dem emotionalen TRIPTYKON/CELTIC FROST-Herumgeschleuder bin ich froh, dass GRAVE mit ihrem straighten Death Metal meinen Kopf aufräumen, für Gemütsruhe sorgen und mich nur milde sehnsüchtig in die Nacht entlassen. Frisch ist es geworden. Ein letztes basic bayrisches Bier auf diesem schönen Gelände... und ab ins Hotel. [TK]
Was bleibt, wenn sich der Nebel im Backstage lichtet? Vor allem schmerzende Füsse, leichtes Ohrensausen und die Gewissheit, dass das Dark Easter Metal Meeting auch 2026 seinen ganz eigenen, leicht verqueren Charme bewahrt hat. Das Wochenende stellte den Ritt durch Extreme dar: Draussen strahlender Sonnenschein und gelegentliches Fussballfieber im Biergarten, drinnen dichte Atmosphäre und rituelle Beschwörungen. Musikalisch drifteten die Meinungen wie gewohnt auseinander, doch genau darin liegt der Reiz. Wo die einen sich vom schottischen Doomgaze von CWFEN komplett einnehmen liessen, feierten die anderen das drückende Mahlwerk von SECRETS OF THE MOON oder die unbändige Energie von AUÐN. Nicht alles lief nach Plan. Was dazugehört wie die familiäre Atmosphäre im Fotograben und das Fachsimpeln beim Kaltgetränk. Wir klappen die Notizblöcke zu, packen die Kameras ein und verabschieden uns aus München. Bis zum nächsten Jahr. Wir hoffen es zumindest. [PW]
Buchstaben: T. Kosić, T. Maag, C. Renner, C. Sturzenegger, P. Weber
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