E-L-R-e-b-n-i-s im Gaswerk Winterthur

Heute ist ein Wochentag, an dem ich am liebsten zu Hause sässe, denn noch immer steckt das DEMM in den Knochen plus allerlei sonst so. Doch es spielen Wolves in the Throne Room im Gaswerk Winterthur, supportet von E-L-R, was man sich ganz einfach nicht entgehen lassen kann.

Dass es lediglich zu einem Bericht über den Auftritt der Schweizer*innen gereicht, hat erstens mit deren überaus intensem Auftritt zu schaffen, zweitens es den Amis irgendwie nicht recht gelang, den Funken zum Zünden zu bringen. Was du natürlich so oder so sehen kannst.


E-L-R-e-b-n-i-s

Der grosse Gaswerksaal ist bereits gut gefüllt, als das Intro von Opiate the Sun erklingt, jener mystisch anmutenden Eröffnungsnummer ihres letzten Albums Vexier (2022, Prophecy Productions), welches uns heute im Übrigen beinahe vollständig kredenzt wird. Bereits bei den ersten Klängen wird klar, dass E-L-R enorm an Routine gewonnen haben, ist meine letzte Begegnung doch ein gutes Weilchen her. Den Dreien gelingt es auf eindrückliche Weise, die vorgegebene Struktur ihrer Songs intuitiv improvisierend zu reinterpretieren, dass eben Jetzt- und nicht etwa Konservenmomente entstehen. Three Winds beginnt schnell, mit harten Schlägen und findet in eine traumwandlerische Stimmung hinein, welche wiederum sich nährt von nahezu meditativer Korrespondenz der Musiker*innen. Bei Seeds und Fleurs of Decay hebst du geradezu ab und lässt dich treiben auf Wogen von Klang, die den Saal durchspülen. Die zerbrechliche Stimme von S.M. dann gibt dir schier den Rest, auch wenn sie im Mix sträflich untergeht. E-L-R beschliessen ihr fulminantes Set mit The Wild Shore, eine hypnotisch kontemplative Nummer vom Mænad Album (2019), was genauso wie aus einem Guss daherkommt wie das gesamte Set.

Als mir das Pausengetränk in die Hand gedrückt wird, ist klar, dass Wolves in the Throne Room einen schweren Stand haben werden. So oder so. Was, wie ich meine, an der Fülle liegt, die E-L-R transportieren, der Intimität, welche sie erzeugen, dass nun eigentlich wie gut ist. Und so sei es denn.

SETLIST

Opiate The Sun
Three Winds
Seeds
Fleurs Of Decay
The Wild Shore (2019, Mænad)


(Bilder: C. Renner / Text: C. Sturzenegger, publiziert am 25.04.2023)


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Fotos

E-L-R

Wolves In The Throne Room