Headbanger's Ball 27.+28.6. abgesagt!

600 Heavy-Metal-Fans hätten am Wochenende am Headbangersball in Grenchen feiern wollen. Doch die Stadt machte den Veranstaltern kurzfristig einen Strich durch die Rechnung. [Ein Bericht von 20 Minuten, von Nora Camenisch/Alexandra Graber]

 

Veranstalter Roger «Rü» Dietrich ist empört. An diesem Wochenende hätte im Industriegebiet von Grenchen SO an der Kantonsgrenze zu Lengnau BE zum vierten Mal der Headbangersball stattfinden sollen – doch daraus wird nun nichts. Die Gemeinden haben Dietrich und seinen 40 Mitstreitern nur eine Woche vor dem Openair die Bewilligung verweigert. «Wir haben uns auf ein ausverkauftes Festival mit bis zu 600 Headbangern gefreut. Bereits 300 Tickets à 64 Franken wurden verkauft, auch ins Ausland», so der 32-Jährige. «Diese müssen wir jetzt alle zurücknehmen. Zudem haben wir schon mindestens 20'000 Franken für die Vorbereitungen ausgegeben.» Denn: Die Acts aus dem In- und Ausland waren bereits gebucht, Flüge organisiert, die Bühne bestellt.

 

Lärmklagen als Grund

«Wir haben die Unterlagen vor einem halben Jahr eingereicht – wie in den vorherigen drei Jahren auch, als wir den Headbangersball veranstaltet haben. Auf Nachfrage bei den Gemeinden hiess es immer, alles sei unproblematisch.» Warum die Behörden nun einen Rückzieher machen, ist Dietrich nicht klar. «Es hiess, es hätte letztes Jahr Lärmklagen gegeben. Doch das Festival findet in einem Industriegebiet statt. Dort gibt es nur wenige Anwohner, zu ihnen haben wir ein gutes Verhältnis.» Für Dietrich gibt es deshalb einige offene Fragen. «Wenn der Lärm letztes Jahr ein Problem war, warum hat man uns dann immer gesagt, die Bewilligung sei unproblematisch? Und warum dann die kurzfristige Absage?»

Die betroffenen Gemeinden schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. «Wir haben erst vor Kurzem herausgefunden, dass der Veranstaltungsort nicht auf Grenchner Boden liegt, sondern in Lengnau», sagt der Grenchner Polizeikommandant Robert Gerber. Man habe Lengnau aber nicht in den Rücken fallen wollen. «Eine Lengnauer Kommission hat letzte Woche über die Absage entschieden», so Gerber. In Lengnau sieht man dies anders. «Die Bewilligungsbehörde ist in Grenchen», sagt Gemeindepräsident Max Wolf. Er räumt aber ein, dass man letztes Jahr Lärmbeschwerden hatte, auch die Polizei habe mehrmals ausrücken müssen. Marcel Krebs, Leiter Präsidialabteilung Lengnau, ergänzt: «Das Areal liegt hauptsächlich auf Grenchner Boden.»

 

Shitstorm auf Facebook

Mit der Absage haben die beiden Gemeinden nicht nur bei Veranstalter Dietrich für Empörung gesorgt. Auf der Facebook-Seite der Stadt Grenchen ist ein Shitstorm ausgebrochen. «Jaja alles klar. Man will kein «Satanistenfest» mehr zulassen ... sind ja alles ganz böse Leute, welche nur in schwarzen Kleidern herumlungern und Angst und Schrecken verbreiten», so ein User. «Strassenlärm, Baulärm, Fasnachtslärm etc. akzeptiert man, ohne zu murren, aber nein, Jugendlichen an 2 Tagen im Jahr ihr Fest gönnen liegt anscheinend einfach nicht drin!», so ein anderer User.

 

 

Mehr auf http://www.headbangersballbern.ch/index.php?id=summerfestival2014